Vivesco geht mit kaufDa eine Kooperation ein - zumindest ein Teil der Vivesco Apotheken sind nun über kaufDa zu finden und die Angebote der Apotheken sollen dann ebenso zu sehen sein. kaufDa ist ein Online Prospektvergleich, es können die Pospekte der stationären Geschäfte eingesehen und Angebote verglichen werden. Es ist also eine lokale Preissuchmaschine, die sich im Moment auf die Prospekte fokussiert.
Diese Plattform für lokale EInkaufsabngebote kann über mehrere Millionen (es gibt Zahlen bei ca. 5 Mio +) Besucher berichten und ist damit für die vivesco Apotheken sicherlich ein Reichweitenbringer - aber reicht dies aus? Spannend wird sein, wann die Prospekte der einzelnen Apotheken auch zu sehen sein werden und wieviel dies dann die Apotheken vor Ort kosten wird, denn der Eintrag ist nicht umsonst und der Nutzen wird schwierig zu messen sein. Aber im Moment ist jeder heiß auf ein App, da macht man vielleicht Dinge die wenig Nutzen bringen - aber tres chic.
Auch ist deutlich herauszulesen, dass dies auch ein Service sein wird, den andere Apothekenkooperationen auch übernehmen können. Bei den Drogerien sind auch alle dabei.
Es ist dann doch sehr überraschend, dass das Apothekenkonzept mit der höchsten Durchsetzungsstärke nun sein Konzept “weiterentwickelt“. Es soll nun die easyApotheke “compact” geben - also nicht mehr die Neuentwicklung auf der grünen Wiese und reichweitenstarken Standorten, mit eingestimmtem Personal. Alles klingt ähnlich: “Eine easyApotheke compact bietet all das, was eine easyApotheke so unverwechselbar macht: standardisierten Ladenbau, breites Marken- und Vollsortiment, intelligente Kundenführung, getrennten Beratungs- und Kassenbereich und Kommissionierautomat.” und :”Das bundesweit einzigartige Discountkonzept von easyApotheke ist damit im Rahmen eines Umbaus künftig auch in bestehende Apotheken integrierbar. So entsteht auf kleiner Fläche eine echte easyApotheke……”
Na denn - neue Ziele: wie überall ist es die Masse.
Eine doch sehr überraschende Nachricht:” Linda Apotheken werden Pick-up-Stellen”. So testen 30 LINDA Apotheken des VSA Dienst “Vorteil24″.
Was ist da los in der Apothekerschaft? Die ABDA Spitze zieht in den Kampf gegen Pick-up Stellen, und eine Kooperation mit 1400 Apotheken ist interessiert an einem Pick-up System welches auch noch von der VSA unterstützt wird, deren einziger Gesellschafter der „Förderungsverein der Süddeutschen Apotheken e. V.” (FSA) ist.
Was zunächst nur ein Gerücht war, pfeifen nun schon die Spatzen von den Dächern : Alliance Boots scheint kurz vor der Einigung mit der Celesio zu sein, die 15 Prozent der Celesio zu übernehmen. Damit hätte man schon 42,9 % und es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis die anderen Eigentümer (Phönix 12,5%, Sanacorp 25% und NOWEDA 6%) verkaufen werden. Damit wäre der jahrelange Versuch der Alliance endlich geglückt in den größten europäischen Markt einzudringen.
Das eigentlich Problem wird nun dauerhaft darin bestehen, dass dann neben der Celesio auch die Alliance klare Ketteninteressen vertreten werden und es neben den privaten Großhändlern nur noch die Genossenschaften geben wird, die hierzu einen Gegenpol im deutschen Großhandelsmarkt bilden.
…hatten nun ein paar Wochen “atmosphärische Störungen” wegen der einseitig verkündeten deutlichen Skontokürzung von Seiten des Herstellers. Man hat sich geeinigt - sicherlich nicht auf dem alten Niveau, aber wohl auch nicht auf den erklärten 0,5%. Es war gerade für den Großhandel wichtig, denn hätte man es akzeptiert, dann wären die nächsten Hersteller auch gleich gekommen - denn die 16% Herstellerrabatt tun sehr weh. Für eine Branche, die weniger verdient als der Skonto geht es hier also an die Substanz.
Interessant ist dazu eine Pressemitteilung der ABDA: “Apotheker fordern von Pharmagroßhändlern und Herstellern mehr Verlässlichkeit bei der Lieferung lebenswichtiger Arzenimittel” bzw. “Die Pharmagroßhändler hatten die Lieferung von Insulin eines großen Herstellers eingestellt. Bis Donnerstagabend betrug die Lieferzeit zwischen der Rezepteinreichung für das lebenswichtige Insulin bis zu vier Tage. Erst die massive Kritik von vielen der 21.500 Apotheken führte zu einem Einlenken bei Pharmagroßhandel und Hersteller.”
In einem Interview des CDU Gesundheitspolitikers Willi Zylajew mit der DAZ stellt er unmissverständlich klar, dass es keine Rabatte (”Provision”) des pharamzeutischen Großhandels an die Apotheken geben kann: “Wir gestehen keinem in der Handelskette der GKV zu, dass er soviel Gewinn macht, dass er davon noch Provision zahlen kann.” Es werde im weiteren Gesetzgebungsverfahren nur noch um die Details gehen, wie die Großhandelsspanne gestaltet wird, aber nicht mehr an dem Einsaprziel gerüttelt.
Das Faz Interview “es gibt zu viele Apotheker” - interessant was manche da so denken und sagen. Was meinen dazu die Apothekeninhaber/Innen, die dies nicht in dritter Generation machen (”dürfen”).
Die FAZ berichtet, dass die Koalition nun wohl doch nicht den Kassenabschlag von 1,75 EURO auf 2,10 EURo erhöhen möchte, da dies mit der Veränderung der Preisspannenverordnung eine Mehrbelastung von insgesamt ca. 630 Mio. EURO komplett zu Lasten der Apotheken wäre. Es ist von der Regierung beabsichtigt, dass alle vom Großhandel gewährten Rabatte abgeschöpft werden, dieser somit die Senkung der Spanne an die Apotheken weiterreichen sollte. Im Gegenzug bleiben die Rabatte zu Gunsten der GKV gleich.
Für die Apotheken wäre dies eine gute Nachricht, da die Kürzung (Senkung der Großhandelsrabatte) von mindestens 400 Mio EURO einer Erhöhung (Rabatt zu Gunsten der GKV von EURO 2,30 auf 1,75 gesenkt) gegenüber den Jahren 2009/2010 von 330 Mio EURO gegengerechnet werden kann. Es wird jedoch zu einer sehr starken Umverteilung kommen, wohl zu Gunsten der eher regionalen und mittleren Apotheken.
Dieser Meldung steht allerdings eine Information von apotheke-adhoc gegenüber: Herr Hollstein berichtet von Gerüchten, den Abschlag zu Gunsten der GKV nicht beizubehalten, sondern auf 3,20 EURO zu erhöhen! Dies würde eine Mehrbelastung von deutlich über einer Milliarde EURO gegenüber diesem Jahr bedeuten - dann könnten Apotheken und pharmazeutischer Großhandel besser gleich schließen und sich verstaatlichen lassen.
„Will die Regierung tatsächlich die Leistung von Apotheke und Großhandel in der Arzneimittelversorgung einschränken?“ fragt sich Hanns-Heinrich Kehr, Geschäftsführer von Pharma Privat besorgt, nachdem das Kabinett völlig überraschend einen Beschluss zur Neuordnung der Großhandelsvergütung gefasst hat. Nach den sehr fruchtbaren Gesprächen mit den Fachleuten aus Gesundheits- und Wirtschaftsministerien der letzten Wochen, trifft die Branche diese neue Vorgabe aus dem obersten Regierungsgremium wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Offensichtlich will die Koalition in den sehr wettbewerbsintensiven Markt eingreifen und Preiszugeständnisse des Großhandels an die Apotheke „absaugen“ und den Krankenkassen zusprechen. Die gefundene Regelung geht aber weit über ein erträgliches Maß für Großhandel und Apotheke hinaus und beansprucht auch Rabatte an Apotheken für Produkte, die gar nicht von den Krankenkassen bezahlt werden. „Wir verlieren so die Möglichkeit, durch Funktionsrabatte rationelles Bestellverhalten von Apotheken zu honorieren. Es werden auch Funktionsrabatte aus Sortimentsteilen abgeschöpft, die abseits der Krankenkassenerstattung in unseren Häusern gehandelt werden“ sagt der selbständige Unternehmer Kehr.
Hatte man noch vor nicht mal einem Jahr die Einbeziehung des Großhandels in den öffentlichen Versorgungsauftrag gesetzlich geregelt, um die schnelle Verfügbarkeit aller Medikamente im Sinne der Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, so entzieht man der Branche nun durch die Vorgabe der Regierung die wirtschaftliche Basis, diesen Auftrag zu erfüllen. „Es kann doch nicht sein, dass wir ein € 8.000,- teures Krebsmedikament, das in Kühlkette geliefert werden muss, für eine Brutto-Marge von € 21,- statt bisher € 72,- einkaufen, lagern, ausliefern und noch 6 Wochen vorfinanzieren sollen. Schon die Kapitalkosten fressen die Spanne mehr als auf. Und man wird sicher auch weiterhin von uns eine Überwachung der Fälschungssicherheit und eine saubere Dokumentation der Retourenabwicklung erwarten – ohne weitere Vergütung. Das ist nicht darzustellen.“ Dieses Beispiel zeigt, welch fatale Folgen eine holzschnittartige Betrachtung einer komplexen Branche nach sich ziehen muss.
Wir setzen nun darauf, dass wir die Gelegenheit bekommen, unseren Sachverstand in eine gesetzliche Neuregelung der Spanne mit einbringen zu können und wollen das nun beginnende Gesetzgebungsverfahren nutzen, um Politiker wie auch die entsprechenden Mitarbeiter in den Ministerien über die Folgen ihres Werks aufklären. Von uns aus wird alles geschehen, damit die gute Versorgungsqualität durch Großhandel und Apotheke in Deutschland erhalten bleibt. Da sitzen wir mit unseren Apothekenkunden im selben Boot. Die Patienten werden es danken!
Der Vorstandsvorsitzende der Celesio AG, Dr. Fritz Oesterle hat in einem Interview in der Welt mit dem Parlamentarischer Staatssekretär, Daniel Bahr eine interessante Theorie zur Effizienz von Apothekenketten: “Es geht vor allem um eine gute und effiziente Versorgung. Und hier muss man feststellen, dass zu viele Apotheken das System sehr wohl belasten. Wenn Sie eine Apotheke am Ort haben, und sie macht beispielsweise eine Million Euro Umsatz, dann machen zwei Apotheken am gleichen Ort zusammen mehr als eine Million Umsatz, und das nicht etwa, weil die Krankheitsquote steigt.”
Damit will er behaupten, dass je mehr Apotheken an einem Ort sind, die Ausgaben für Arzneimittel zu lasten der GKV ebenso steigen. Nachdem Herr Bahr wie auch der Gesundheitsökonom Professor Dr. Norbert Klusen dies ausdrücklich verneinen, bekräftigt er noch einmal: “Es ist nachgewiesen, dass zwei Apotheken vor Ort zusammen mehr umsetzen – auch bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln - als nur eine Apotheke. Die Nachfrage des Patienten beim Arzt wird größer, wenn mehr Apotheken da sind. Das Verschreibungsverhalten des Arztes (!) verändert sich dann”.
Jetzt heißt es dieses Nachweis auch einmal zu erbringen. Aber klar ist auch: Die Celesio verfolgt in Deutschland weitehin einen Masterplan.