ABDA Presse”arbeit” - starker Tobak

10. Dezember 2010

Es ist schon starker Tobak, denn da der DAV in der Pressemitteilung vom 09.12 da veranstaltet. Da wird Herr Rösler gebeten “ein Kartell zu verhindern”, bzw. das “mögliche Kartell” von “milliardenschweren Handelsunternehmen”, die Aktivitäten des Großhandels richten sich “gegen die Arzneimittelversorgung der Menschen” (?), dies sei ein “maßloser Auftritt” des Großhandels!

Die Redewendung ”starker Tobak” soll aus einer alten norddeutschen Erzählung stammen. Ein Jäger machte sich dabei über den Teufel lustig. Der Teufel hatte das besodere Gewehr des Jägers noch nicht gesehen und fragte nach, was dies denn sei. Der Jäger war listig und verschlagen und sagte dies sei eine Tabakspfeife und der Teufel könne gerne einmal daran ziehen. Natürlich konnte der Teufel nicht widerstehen und zog daran und eine volle Schrotladung schoss ihm ins Gesicht. Er soll dabei gesagt haben, dass dies “starker Tobak” sei. 

Der DAV hat aber nun wohl eine falsche Vorstellung davon, wer der Jäger und der Teufel ist - er arbeitet da zu sehr nach alten Mustern. Dies sehen aber viele in diesem Markt nicht so, denn es gibt zu viele Teufelchen überall versteckt, in allen Reihen.

Ein interessanter Artikel..

7. Dezember 2010

..über ein Problem, vor dem viele Eltern immer wieder stehen. Viele junge Mütter informieren sich immer stärker über das Netz - gerade bei Kinderkrankheiten. Dies ein Problem, da man sehr häufig persönliche Informationen bekommt über massivste Probleme in Einzelfällen und Vermutungen von Zusammenhängen. Man wird verunsichert. Bei der Impfung von Kindern ist dies sehr massiv und man muss nach jeder Recherche mehr Mut an den Tag legen, die Kinder auch wirklich impfen zu lassen.

Es muss einfach mal wiederholt werden…

29. November 2010

…dieser Ausschnitt aus einem Interview vom 16.06.2010 in der BILD Zeitung mit Dr. Fritz Oesterle, Vorsitzender des Vorstandes der Celesio, der Konzernmutter der GEHE:

“BILD: Nochmal: Was muss getan werden?

Oesterle: Ein Beispiel: per Telefonanruf oder SMS kann an die rechzeitige Medikamenteneinnahme erinnert werden. Arzneien könnten pünktlich nach Hause geliefert und dort sogar fachkundig verabreicht werden. Für Fragen muss es jederzeit telefonische Hilfe von Ärzten und Apothekern geben. Solche Maßnahmen würden auf Zeit Milliarden sparen und die Patienten wären besser versorgt.”

Ist dies nicht die wunderbare neue Welt, günstig und besser und fast ohne Apotheken - die Apotheker sind Angestellte am Telefon….

AMNOG durch

11. November 2010

Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes in der gesetzlichen Krankenversicherung (Arzneimittelmarktneuordnungs- gesetz – AMNOG) ist heute durch den Bundestag gewunken worden. Für die Apotheken heißt dies nun, dass die 2,05 EURO Kassenrabatt für die Jahre 2011 und 2012 festgesetzt sind und dass es für dieses Jahr eine Form des “Abschlags” bei den pharmazeutischen Großhandlungen in Höhe von 0,85 Prozent geben soll. Dieser Abschlag soll zu Gunsten der Krankenkassen gewährt werden - es sollen die Rabatte des Großhandels abgeschöpft werden, die dieser den Apotheken als Funktionsrabatte gewährt.

Im Jahre 2012 wird die Spanne des pharmazeutischen Großhandels auf 3,14 Prozent und 70 Cent festgelegt. Es ist in dem Gesetz jedoch nicht klar geworden, wie die 0,85 Prozent ab dem 01. Januar 2011 nun real abgerechnet werden sollen und vor allem auf welche Artikel!

Die Positionen sind klar, der pharmazeutische Großhandel verdient durchschnittlich weniger bzw. als er nun zahlen soll. Dann gibt es logisch nur zwei Konsequenzen, die noch bestehenden Rabatte kürzen (wie es die Politik will) oder rote Zahlen schreiben. Die Branche stand aber schon durch den massiven Wettbewerb 2009 und 2008 nicht gut da…

NOWEDA geht nach Peine

1. November 2010

Die Gerüchte sagten es schon lange – die NOWEDA will bundesweit beliefern und suchte den nächsten Lückenschluss zwischen Berlin und Herford. Gleichzeitig soll der Standort schon die nächsten Lieferlücken im Norden aufreißen. Da ist Peine ca. 30 Kilometer nördlich von Braunschweig und nur 138 Kilometer südlich von Hamburg ein guter Standort.

Nun sind an der Autobahn A2 30.000 Quadratmeter gekauft, ein Großhandel wird in dem bekannten Baukastensystem der NOWEDA innerhalb von einem Jahr errichtet. Die bestehenden „150 Kunden“ waren in den letzten Monaten arg geschrumpft, denn die Verkehrssituation von Herford war unbefriedigend.

Jetzt ging ein Kundenschreiben in der Region raus. Man spricht davon, dass man „in der Pflicht“ sei den Einfluss zu mehren, man habe dadurch ein „Förderauftrag“. Die Sanacorp ist keine 30 Kilometer weg, und Richard Kehr ebenso – diese beiden Firmen sind bisher sehr wohl aufgefallen, dass sie konsequent für die inhabergeführte Apotheke stehen. Was soll da noch die NOWEDA mit ihrem “Auftrag”?

Auch der Hinweis auf die möglichen 100 Arbeitsplätze ist nett – in einem übersättigten Markt entsteht kein neuer Arbeitsplatz durch Neubau. Wenn es zu dieser Zahl kommen sollte , dann sind diese Arbeitsplätze woanders weniger.

Einigung bei Preisspannenverordnung?

27. Oktober 2010

Mehrere Zeitungen berichten es gleichlautend - es gibt wohl eine Einigung im Dauerstreit um die Großhandelsvergütung im Zuge des AMNOG. Wie Jens Spahn es auf dem Apothekertag in München schon angedeutet hatte, die massiven Diskussionen um die falschen Berechnungen der neuen Preisspannenverordnung haben Wirkung gezeigt: Die neue Regelung soll nun eine Festschreibung des GKV-Rabattes auf 2 EURO und einer Kürzung der Großhandelsmarge auf 3,4 Prozent und 70 Cent beinhalten. Damit wäre auch ein Einsparpaket in Höhe von 350 Mio. EURo auf den Handelsstufen zu realisieren - dies war immer Ziel der Regierung.

Diese Regelung hat einen gewissen Charme. Einerseits haben damit die Apotheken keine Diskussion um die Erhöhung des Krankenkassenrabattes zu fürchten. Dieser Krankenkassenrabatt wurde in einem Schiedsspruch im Dezember 2009 von 2,30 EURO auf 1,75 EURO gesenkt - dies brachte den Apotheken Mehreinnahmen von 270 Mio EURO. Auf der anderen Seite hat der Großhandel somit die Möglichkeit seine Leistungen in vollem Umfang weiter den Apotheken anzudienen und trotzdem kleine Rationalisierungsrabatte weiter anzubieten.

Unterm Strich wird es wohl so sein, dass die gewonnen 270 Mio. EURO nun wieder zurückfließen werden.

Alle anzag Eigentümer verkaufen

21. Oktober 2010

Nachdem die Celesio, die Sanacorp und auch die Phönix ihre Anteile verkaufen werden, wird nun auch die Mediq aussteigen. Die Reaktion der NOWEDA ist bisher noch unbekannt. Es ist aber zu vermuten, dass auch die Genossenschaft ihre Anteile weiter verkaufen wird. Denn eigentlich ist es ja die NOWEDA selbst gewesen, die 2003 mit dem Verkauf von 19% der gehaltenen Anteile an die damalige Alliance UniChem ca. 61 Millionen Euro eingenommen hat - der damalige Chefredakteur der Pharmazeutischen Zeitung, Thomas Bellartz, kommentiere hellseherisch:

“Die schlichte Wahrheit ist: Der Vorstand der Apotheker-Genossenschaft Noweda hat die langjährige Strategie und damit auch weite Teile des Selbstverständnisses einer Apothekergenossenschaft über Bord geworfen und strategisch wertvolle Anteile an der Anzag an den drittgrößten europäischen Pharmagroß- und Einzelhändler verkauft. Damit öffnet die Noweda – und niemand anders – den Briten die Tür in den deutschen Markt. ”

Nun sind die Briten (?) eingetreten!

anzag verkauft

18. Oktober 2010

Am Samstag war es in der Stuttgarter Zeitung zu lesen und heute berchten es verschiedene Medien - es gibt Einigkeit bei den Eigentümern über den Verkauf der anzag. Die Alliance Boots arbeitet an dieser Übernahme schon eine Weile - wenn nun die Briten, hinter denen auch der US-Finanzinvestor KKR steht, die Aktienmehrheit an der anzag erwerben, werden die Karten im Markt neu gemischt. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der neuen Regeln innerhalb des AMNOG interessant. Man wird abwarten müssen, wie die deutschen Apotheken darauf reagieren, wenn ein weitere Konzern mit klar positiven Aussagen zu Apothekenketten in den Markt eintritt.

EXPOPHARM - eine kurze Nachlese

14. Oktober 2010

Aller Pressemitteilungen zum Trotz - es ist kaum zu übersehen, dass die EXPOPHARM nicht erfolgreicher wird, sondern weiter an Attraktivität verliert. Außer Softwareanbietern, Kooperationen und Blisterautomatenhersteller, haben sich nur wenige Hersteller in den Hallen gezeigt und es sind auch weniger Kontakte mit Apothekern gewesen. Zumindest hinter vorgehaltener Hand wird bei vielen Ausstellern davon gesprochen. Sicherlich wird im Jahr 1 vor und im Jahr 1 nach AMNOG (dann 2011) vieles so geblieben sein - aber an einer grundlegenden Änderung des Konzeptes kommt man einfach nicht mehr herum.

Verblisterung von Medikamenten

14. Oktober 2010

Eines der großen Thema auf der Expopharm war wieder die Verblisterung von Medikamenten. Trotz aller Diskussionen um die Veränderung der Apothekenbetriebsordnung und die damit verbundenen verschärfteren Regeln für die Verblisterung in der Apotheke, wurden an vielen Ständen Blisterautomaten angeboten und wie man hörte, auch verkauft! Es war allerdings nur noch ein Anbieter für Lohnverblisterung auf der Messe vertreten, die Deutsche Blistergesellschaft.

Dies liegt natürlich daran, dass alle extrem auf die Kosten achten müssen. Die Verblisterung ist ein komplexeres Geschäft, als viele geglaubt hatten und dies wird oft nun sehr schmerzhaft erfahren. Die hohen Qualitätsanforderungen sind ein Teil - die permanente und funktionierende Kommunikation und Logistik zwischen Heim, Ärzten und Apotheken ist Voraussetzung für das Verblistern der Arzneimittel und genauso wichtig. Nur so bleibt die Abgabe in der kompletten Versorgungskette fehlerfrei.

Mit über 180 Verträgen der Lohnherstellung mit Apotheken gehört die Deutsche Blistergesellschaft zu den großen Blisterzentren im Markt. Über das Vertriebsnetz der Pharma-Privat Großhandlungen können die Blister über Nacht an alle Apotheken in Deutschland versendet werden. Die Apotheke baut mit diesem Service seine Position als zentralen  Ort für das Therapiemanagement ihrer Kunden aus.