2. Mai 2011
Im April wurden ein Großteil der Sammelrechnungen umgestellt - ein untrügliches Zeichen ist dies. Mit der Übernahme der EDV ist Kapferer nun Geschichte, die Häuser sind nun getilgt und Teil der NOWEDA.
In einem Artikel in der PZ sind die kommenden Expansionsziele der NOWEDA schon genannt: Norddeutschland, Nordbayern und Südwestdeutschland. Alles Regionen in denen die Sanacorp sitzt und auch der private pharmazeutische Großhandel stark ist. Damit sollen neben Richard Kehr mit dem neuen Haus in Peine, nun auch Max Jenne und Ebert+Jacobi nicht nur über die ehemaligen Kapferer Filialen “mittelfrisitig” direkt angegangen werden. Als ob es in diesen Regionen nicht schon genug pharmazeutische Großhandlungen gibt?
Kategorie Pharmazeutischer Großhandel | 3 Kommentare »
24. März 2011
Zum April wird die Drogeriekette Rossmann und der Versand-/Einzelhändler DocMorris kooperieren. Auf rossmann.de wird es einen direkten Zugang zur Versandapotheke geben. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit in verschiedenen Werbemaßnahmen angestrebt sein - ein Pick-up Modell gibt es aber nicht!
Dies wird die “Markenpartner” von DocMorris sicherlich erfreuen und die Bindung zur Marke DocMorris erhöhen. Nicht nur dass man ja sowieso schon bezahlte Werbung für den Versand macht (über eine Werbepauschale sogar Fernsehwerbung!) - jetzt wird es sogar über die Drogeriemärkte vertrieben: Kauft beim Versandhandel und nicht in der (DocMorris) Apotheke um die Ecke. Aber auch dies werden wieder die bestehenden “Markenpartner” akzeptieren. Aber neue Apotheken wird man damit sicherlich nicht finden. Die Klientel ist abgefischt!
Kategorie Versandapotheke, Apotheken-Kooperation, Apotheken-Kette, Apotheke | 2 Kommentare »
23. März 2011
Der Pharmagroßhändler Celesio beruft den ehemaligen Douglas-Manager Stephan Borchert in den Vorstand. Der 41-Jährige übernimmt im Laufe des Jahres den Geschäftsbereich Patient and Consumer Solutions, teilte der Stuttgarter MDAX-Konzern am Mittwoch mit. Darin sind alle europäischen Apothekengeschäfte der Celesio gebündelt. Man darf gespannt sein, wie die ersten Ziele für die deutschen “Markenpartnerschaften” von Doc Morris definiert werden - weiter 500 Doc Morris in Deutschland in drei Jahren?
Kategorie Allgemein, Apotheken-Kooperation, Pharmazeutischer Großhandel | 0 Kommentare »
28. Februar 2011
Wie alle Monate kommt wieder die Diskussion um den Fremd- und Mehrbesitz bei den Apotheken. So wurde erst wieder einmal eine “Haucap-Studie” veröffentlicht. Diesmal nicht unter dem Mäntelchen der “Monopolkommission”, sondern als Teil der “Initiative neue Soziale Marktwirtschaft” (INMS). Diesmal hat man sogar errechnen können, dass man 450 Mio. EURO einsapren würde, wenn man die Liberalisierung des Apothekenmarktes vorantreiben würde. Auch in einer neuen Sempora Studie wurde der Fall des Fremdbesitzverbotes bis 2016 prognostiziert.
Es wird langsam langweilig bei diesem Thema, die immer gleichen Rufer sehen Reserven für die Beitragszahler, dieses mal wurde dies wenigstens einmal mit Geld hinterlegt. Mit dieser Studie wird man dann wieder auf den üblichen Kongressen landen, bei den auch immer wieder die gleichen Leute zuhören (so auch mal wieder beim 4. BVDV A Kongress im Mai in Berlin). So war es allerdings schon in den vielen Jahren davor. Z.B. 2005 hatte ein Werner Heß, “Branchenanalyst” der Dresdner Bank den Fall des Fremdbesitzverbotes prognostiziert - allerdings nicht den Fall der eigenen Bank.
Kategorie Allgemein, Gesundheitspolitik, Apotheke, Arzneimittel | 0 Kommentare »
17. Februar 2011
Noch ein weitere schöner Ausblick der Redakteure von Fous Money: Die Sanacorp Aktie.
Da spricht man davon, dass die Sanacorp ” ein Schattendasein” an der Börse führt - die Aktie sei unterbewertet, mit einem Marktwert von 41,8 Millionen Euro - nennt aber im gleichen Atemzug das Problem: Trotz dieser massiven Unterbewertung (die anzag ist fast gleich groß und wurde von der Alliance Boots für ca. 360 Mio EURO übernommen) hat man ein KGV von 19! Tja, der Großhandel verdient halt in Deutschland nix! Nun soll die Sanacorp ins “Visier eines Ausländers geraten” oder sich mit einem “angeschlagenen Konkurrenten verbünden”. Super! Dies kann ja dann nur noch die NOWEDA oder die Phönix sein…. Man traut seinen Augen nicht!
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »
17. Februar 2011
Dem pharmazeutischen Großhandel wird in der Focus Money 8/2011 Seite 20 unter “Der goldene Schnitt” ein großer Artikel gewidmet. Man glaubt es kaum was da die Rechenkünstler des Blattes so errechnen! Unter einer Rubrik “Wer verdient was” rechnet man exemplarisch eine Rohertragssteigerung des Großhandels von 24,4% aus! UNGLAUBLICH!
Wie kommen diese Zauberer darauf?
Zuerst nimmt man mal einen “Herstellerrabatt” von 4 EURO auf ein Medikament, welches 100 EURO kostet. Woher dieser wundersame Rabatt kommt, bleibt im Dunkeln! Die einzige richtige Zahl ist dann die Großhandelsmarge von 6% - Bravo. Dann nimmt man einen Rabatt von 3% den die Großhandlungen nun um sensationelle 1,5% im Schnitt kürzen (dies entnimmt man einer Aussage von Herrn Apotheker Reitz, Vorsitzender des Apothekerverbandes Bonn-Rhein-Sieg, der wörtlich von: “In Einzelfällen sind. Rabattkürzungen von bis zu 1,5% bekannt” spricht). Und dann kommt der sog. “Kassenrabatt von 0,85%, den es auch schon vor AMNOG gegeben haben soll!!!
Also an den Focus direkt zum mitschreiben:
Ein Medikament hat tatsächlich einen Auflschag von 6 EURO, soweit sind die Recherchen richtig. Davon geht aber nun ein Rabatt ab und der neue Abschlag. D.h. wenn wir mal annehmen, dass es tatsächlich eine Kürzung von 1 Prozent im Schnitt geben sollte, dann werden von 106 EURO 2% abgezogen, macht 2,12 und dann noch 0,85 Cent für den AMNOG Ausgleich. Dies macht in Summe: 3,03 für den Großhandel und nicht 7,65 EURO!
Dies ist eine unglaubliche Fehlrechnung und zeigt die Unkenntnis zumindest in diesem Markt - nur wie muss ich in Zukunft die anderen Berechnungen dieses “Wirtschaftsmagazin” verstehen? Aber vielleicht erklärt ja der Focus noch, wo die 4 EURO “Herstellerrabatt” herkommen?
Kategorie Allgemein, Pharmazeutischer Großhandel, Arzneimittel | 1 Kommentar »
7. Februar 2011
weil es doch so schön passt:
55. Abgeordneter Dr. Wolf Bauer (CDU/CSU):
Wie bewertet die Bundesregierung vor dem
Hintergrund der Antwort der Parlamentarischen
Staatssekretärin bei der Bundesministerin
für Gesundheit und Soziale Sicherung,……es gehe nicht,
dass der pharmazeutische Großhandel vereinbarte
Rabatte zwischen Apothekern und Großhandel
mit dem gesetzlichen Rabatt, den der
Großhandel zu leisten hat, verrechne,…… ?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Marion Caspers-Merk vom 11. März 2003:
Die freiwilligen Rabatte des Großhandels an Apotheken sind nicht gesetzlich vorgegebene Einnamebestandteile der Apotheker zusätzlich zu ihrer gesetzlich garantierten Handelsspanne. Diese Rabatte werden aufgrund privatrechtlicher Vereinbarungen zwischen Apothekern und Großhändlern im Einzelfall freiwillig vereinbart und sind der Gestaltung durch den Gesetzgeber entzogen. Grundlage für die Höhe der Vergütungen für den Großhandel einerseits und die Apotheken andererseits sind die durch die Arzneimittelpreisverordnung festgelegten Handelsspannen und die Abschlagsregelungen des Fünften Buches Sozialgesetzbuch. Diese Regelungen sind grundsätzlich einer Gestaltung durch den Gesetz- und Verordnungsgeber zugänglich. Der im Beitragssatzsicherungsgesetz vorgesehene Großhandelsabschlag ist eine kurzfristig wirksame Sofortmaßnahme. Dieser Abschlag soll im Rahmen einer strukturellen Modernisierung der Regelungen zur Preisbildung in den Handelsstufen abgelöst werden.
Kategorie Gesundheitspolitik, Apotheke, Arzneimittel | 1 Kommentar »
27. Dezember 2010
Ab Februar 2011 ist es Celesio und medco gelungen in die schöne neue Welt der Arzneimittelversorgung einzutauchen: BIGmedcoach ist das Zauberschlüssel: “Als erste deutsche Krankenkasse bietet Ihnen die BIG in Kooperation mit der Medco Celesio GmbH ab Mitte Februar 2011 ein innovatives pharmazeutisches Programm. Spezialisten von Medco Celesio (Apotheker und pharmazeutisches Fachpersonal) unterstützen und beraten Sie rund um die Einnahme von Medikamenten. Ziel ist es, Ihre Arzneimitteltherapie so zu optimieren, dass Ihre gesamte Therapie wirksamer ist und es Ihnen besser geht.” Die Daten der Patienten sollen dann jederzeit zwischen den Versandapotheken Europa Apotheek und DocMorris, sowie einem CallCenter in Ulm ausgestaucht werden können.Wer die Arzneimittel liefert ist dann auch klar.
Teilnehmen sollen “alle BIG-Mitglieder, die an Diabetes, Herz-/Kreislauf- oder Lungenerkrankungen leiden (auch Kinder)” dies immerhin aus 390.000 Versicherten.
Kategorie Versandapotheke, Gesundheitspolitik, Arzneimittel, Krankenkassen | 0 Kommentare »
22. Dezember 2010
Nun macht auch die anzag einen neuen Standort in Magdeburg auf, mit einer Investition von einer Million, soll die “interessante” Region mit den 350 (!) Apotheken beliefert werden. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Eine Million Investitionssumme und 350 Apotheken!
Wer sich Magdeburg und die Umgebung anschaut, der weiß, warum es da so wenig Großhandlungen gibt - im Norden und im Osten von Magdeburg muss man lange fahren um ein paar Apotheken zu beliefern. Im Süden sind in Halle, Leipzig und Dessau genug Großhandlungen, auch die anzag selber in Leipzig, die die Apotheken beliefern können.
Im Westen ist man in Braunschweig von Harsum schneller, als von Magdeburg! Vielleicht wird man diese Entscheidung noch verstehen - aber die Apotheken werden dies sicher nicht tun. Was soll ein weiterer Großhändler der in Europa Ketten aufbaut, mit einem solchen Standort, klein und niemals so leistungsfähig wie die Wettbewerber drumherum? Es sollen die Großhandlungen angegriffen werden, die sich für die inhabergeführte Apotheke einsetzen um den neuen Ziel ein Stück näher zu kommen.
Es wird für viele Apotheken nun wirklich Zeit sich zu entscheiden mit wem man in Zukunft zusammenarbeiten will und welche Ziele von diesem Großhändler verfolgt werden.
Kategorie Allgemein | 0 Kommentare »
10. Dezember 2010
Na, wird da wohl wieder Flinte und Pfeife verwechselt? Respekt, Respekt vor diesem Timing.
Kategorie Apotheke | 0 Kommentare »