Focus Money und der Pharma-Handel

Dem pharmazeutischen Großhandel wird in der Focus Money 8/2011 Seite 20 unter “Der goldene Schnitt” ein großer Artikel gewidmet. Man glaubt es kaum was da die Rechenkünstler des Blattes so errechnen! Unter einer Rubrik “Wer verdient was” rechnet man exemplarisch eine Rohertragssteigerung des Großhandels von 24,4% aus! UNGLAUBLICH!

Wie kommen diese Zauberer darauf?

Zuerst nimmt man mal einen “Herstellerrabatt” von 4 EURO auf ein Medikament, welches 100 EURO kostet. Woher dieser wundersame Rabatt kommt, bleibt im Dunkeln! Die einzige richtige Zahl ist dann die Großhandelsmarge von 6% - Bravo. Dann nimmt man einen Rabatt von 3% den die Großhandlungen nun um sensationelle 1,5% im Schnitt kürzen (dies entnimmt man einer Aussage von Herrn Apotheker Reitz, Vorsitzender des Apothekerverbandes Bonn-Rhein-Sieg, der wörtlich von: “In Einzelfällen sind. Rabattkürzungen von bis zu 1,5% bekannt” spricht). Und dann kommt der sog. “Kassenrabatt von 0,85%, den es auch schon vor AMNOG gegeben haben soll!!!

Also an den Focus direkt zum mitschreiben:

Ein Medikament hat tatsächlich einen Auflschag von 6 EURO, soweit sind die Recherchen richtig. Davon geht aber nun ein Rabatt ab und der neue Abschlag. D.h. wenn wir mal annehmen, dass es tatsächlich eine Kürzung von 1 Prozent im Schnitt geben sollte, dann werden von 106 EURO 2% abgezogen, macht 2,12 und dann noch 0,85 Cent für den  AMNOG Ausgleich. Dies macht in Summe: 3,03 für den Großhandel und nicht 7,65 EURO!

Dies ist eine unglaubliche Fehlrechnung und zeigt die Unkenntnis zumindest in diesem Markt - nur wie muss ich in Zukunft die anderen Berechnungen dieses “Wirtschaftsmagazin” verstehen? Aber vielleicht erklärt ja der Focus noch, wo die 4 EURO “Herstellerrabatt” herkommen?

Eine Reaktion zu “Focus Money und der Pharma-Handel”

  1. Apotheken-Nachrichten » Blog Archiv » Focus Money und der Pharma-Handel: Das Finale

    […] Es kribbelt einen in den Fingern, wenn man dieses Artikel wieder hervorholt: “Goldener Schnitt…Rohertragssteigerung 24%…..Rabattkürzungen um 1,5%…” unglaublich wie schlcht die Focus-Money Redakteure damals den Markt frei interpretierten. […]

Einen Kommentar schreiben