1,7 Prozent und 60 Cent
in den letzten Tagen waren ja einige Gerüchte im Umlauf - aber die schlimmsten Befürchtungen der Branche sind nun wahr geworden. 1,7 Prozent und 60 Cent (diese nciht rabattierbar) - damit soll nicht nur eine “ausreichende” flächendeckende Versorgung gewähleistet sein, sondern auch noch angeblich Luft für Funktionsrabatte!
Welche Grundlagen hier Jens Spahn und Rolf Koschorrek in die Berechnungen haben einfließen lassen, ist völlig unklar - denn die damit zu erzielenden 400. Mio EURO Einsparung sind sicherlich mehr als die bisher gewährten Funktionsrabatte des pharmazeutischen Großhandels. Damit wird es einen massiven Einschnitt in der deutschen Apothekenlandschaft geben - und dies nicht nur bei Rabatten, sondern auch bei Leistungen!
Es ist definitiv so, dass die zu erwartende Spanne im RX Bereich unter den bisherigen Kosten liegt!
Am 29. Juni 2010 um 13:52 Uhr
Mal sehen ob das wirklich so kommt.
Eigentlich kann es nicht so kommen, weil es wohl zwei Drittel der deutschen Apotheken schlicht auslöschen würde, und die übrigen kaum in der Lage sein dürften, die dreifachen Patientenzahlen zu bewältigen.
Die gedeckelten 20 € im Hochpreis Segment dürften dem Großhandel nicht annähernd ausreichen, kostendeckend zu arbeiten. Man stelle sich eine 6000 € Packung vor, bei der das Haltbarkeitsdatum abläuft, die herunterfällt oder Ähnliches. Genausowenig kann man mit 60 Cent Kühlkettenprodukte oder Btm beliefern. (Die Post nimmt 55 Cent für einen blöden Brief!!!)
Andererseits scheint bei dieser Regierung kollektiver Wahnsinn Programm zu sein…
Wenn das so kommt, wird es jedenfalls von begrenzter Dauer sein, weil man dann zukünftig in den 500 überlebenden Apotheken Nummern ziehen darf, um irgendwann 2 Wochen später sein Rezept einlösen zu können.
Die Regierung plant hier den Versuch, aus Rosinen Traubensaft gewinnen zu wollen. Das dürfte sehr schwierig werden. Wo schon im vergangenen Jahrzehnt jeder Tropfen Liquidität herausgepresst wurde, ist schlicht nichts mehr zu holen.
1,7 % dem Grosshandel für die Belieferung
3,0 % den Apotheken für ihre Arbeit
(dazu Nachtdienst für 2,50 € und Rezepturherstellung unterhalb von Hilfsarbeiterlöhnen)
19% völlig frei von Gegenleistung für den Staat ???
Das wäre im absurden Theater eigentlich zum Lachen…
Am 29. Juni 2010 um 16:24 Uhr
Sehr geehrter Herr Guttenberger,
für die 19% bekommen wir die guten Strassen auf denen dann der Großhandel beliefern darf…aber zu den Fakten:
Alle Artikel mit besonderer Behandlung sind somit kaum vernünftig auslieferbar:
-Betäubungsmittel
-Zytostatika
-kühlpflichtige Arzneimittel
-Artikel mit Chargendokumentation
Die durchschnittliche Spanne des pharmazeutischen Großhandels bei den sog. hochpreisigen Artikeln wäre dann noch 0,5%! Bei durchschnittlichen Zinsen von mindestens 6% ist eine Waremlagerhaltung von über einem Monat damit schon mit Verlusten verbunden. Der pharmazeutische Großhandel kann damit keine Lagerhaltung mehr betreiben und der gewünschte gesetzliche Lieferauftrag wird damit ad absurdum geführt.
Aber Hauptsache die Hoteliers haben 7% - was für ein absurdes Spiel!