Däinghaus verlässt Doc Morris
Bereits nach der Übernahme von Doc Morris, hat Ralf Däinghaus, Gründer und Vorstandsvorsitzender von DocMorris, angekündigt das Unternehmen auf absehbare zeit zu verlassen. Dies passiert nun zum 31. Juli vereinsbarungsgemäß, aber dennoch überraschend.
Die wachsenden Geschäftszweige Versandhandel und das Geschäft mit den Partnern vor Ort sollen in eigenständige Gesellschaften überführt werden.
Er hatte DocMorris gemeinsam mit dem Apotheker Jack Waterval vor neun Jahren in den Niederlanden gegründet. Gerade erst wurde angekündigt, dass der Apotheker Thomas von Künsberg Sarre, 40, die DocMorris Kooperation leiten wird und damit für den Aufbau und die Weiterentwicklung des Apothekengeschäfts vor Ort mit den fast 150 Markenpartner zuständig. Der Versandhandel wird seit einem Jahr von Olaf Heinrich geleitet, der vorher als Geschäftsführer für die Versender Otto und Quelle tätig war.
Um Däinghaus ist es schon seit einiger Zeit ruhiger geworden, den die Zeit der großen Zahlen und starken Worte ist durch die Realität eingeholt worden.
So prognostizierte er 2003: “Im Jahr 2008 werden Apothekenketten etwa 30 Prozent vom Markt abdecken. Es wird drei bis fünf bundesweite Versandhandelsapotheken geben. DocMorris wird mindestens eine halbe Milliarde Euro Umsatz machen und die größte Apotheke in Deutschland sein”. Der letzte Teil ist wahr geworden und sicherlich sein Verdienst, aber über Umsatz und die Anzahl der Versandapotheken, sowie die Apothekenketten hat er sich dann doch gründlich getäuscht. Auch musste die Anzahl der Doc Morris Apotheken immer wieder nach unten korrigiert werden - erst sollten es 500 bis 2009 sein, dann 300 bis 2010 und selbst die die jetzt gelistete 148 Apotheken sind nicht richtig, weil zumindest eine Schließung in Dessau noch nicht herausgenommen wurde. Dies bedeutet, dass es seit dem 19. Februar faktisch kaum ein Wachstum mehr gab.