BPI fordert erneut Senkung der Mehrwertsteuer
Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) fordert erneut eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19% auf 7%. Man weißt darauf hin, dass nahezu alle europäischen Länder auf Arzneimittel eine reduzierte Mehwertsteuer haben. “Durch die Senkung könne man 3,5 Milliarden Euro einsparen”, so in der Pressemitteilung.
Am 26. Juni 2009 um 08:40 Uhr
Was bringt eine Senkung der MwSt?Innerhalb kürzester Zeit nutzt die Industrie diesen Spielraum, um sich diese Ersparnis selbst in die Tasche zu wirtschaften.Diese Praxis ist leidlich erprobt.So hat die Firma Allergopharma zB nach der Umstellung der Apothekenvergütung auf Fixzuschlag und des damit verbundenen AVP-Rutsches für Allergovit von über 250 € auf 237 € durch mehrere Preiserhöhungen innerhalb von 12 Monaten den alten AVP wieder hergestellt. Ersparnis für die Kassen gleich Null.Was der Apotheker bisher bekommen hat,hat sich die Firma in die Tasche gesteckt.Inzwischen sind wir bei 336 €,ab Juli noch mehr.Und all das übt einen Kostendruck auf den gesamten Pharmasektor aus,dessen dann erfolgende Einschnitte wir alle und vor allem wieder die Apotheker ausbaden müssen.Beispiel 2: In den 90er Jahren wurde die AMPVO für hochpreisige Artikel gekappt.Mit Datum der Kappung kostete das Präparat Saizen das Gleiche wie vorher,ca 20 000 DM.Der AVP blieb gleich,die Firma hat den AEP um mehrere Tausend Euro nach oben angepasst.Ersparnis für die Kassen: 0.
Beispiel 3: Grünenthal vertreibt Colistin für CF-Patienten.Der Preis stieg innerhalb 2 Jahren von 295 € auf über 1100 €,anschliessend wurde die Packungsgröße von 60 auf 56 reduziert,um eine neue Preiserhöhung zu verschleiern und zu guter Letzt wurde eine neue PZN gemeldet,um die Preishistorie in der Datenbank nicht mehr nachvollziehenzu können.
Deswegen ist dieser Schritt allein nicht sinnvoll.Vielmehr sollten die Preise für Originalpräparate Verhandlungssache zwischen Firmen und Kassen sein.Wir sind das einzige Land , in dem eine Firma für neue Produkte verlangen kann,was sie will.Und gegen diese Einsparmöglichkeiten sind all diese Konstrukte wie Vertragsartikelabgaben , Festbetragssenkungen , Kassenabschlagsanpassungen nur ein Tropfen auf den heissen Stein.All das könnte man sich sparen,die Abgabe von Arzneimitteln wäre nicht mehr bei jedem Patienten eine Art Orientierungslauf durch die Apotheke,Regeln bei Generika könnten einfach und verständlich für den Patienten sein und auf das bißchen Einsparung durch Verträge,FB etc kann man getrost verzichten,wenn bei Originalpräparaten Luft für die 10fache Summe ist.