Kosmas vor dem Aus

Es ist eigentlich kein Wunder, dass in diesem Markt viele Unwissende ihr Unwesen treiben, das Aus von den damian Apotheken ist endlich auch ein Zeichen, dass nicht alles so leicht ist, was leicht klingt.Als man den business Plan von der deutschlandweiten Discount -Apotheke “damian” gelesen hatte, blieb einem nur ungläubiges Kopfschütteln.

Da ist von einem “neuartigen Konzept” die Rede, welche durch “kompromisslose und klare Form” die Kostenführerschaft im Apothekenwesen erreichen will. Bei 60 (!) Neueröffnungen in 2008 und “65 weiteren in 2009″, wollte man einen “Marktanteil in 2009 von 0,75% respektive einen Nettoumsatz von ca. 250. Mio. EURO erreichen”.

Die Krönung folgt dann mit einem Börsengang 2009, mit einer “Kapitalisierung von 200 Mio. EURO (entspricht 80% des Umsatzes in 2009)” um 700 (!) weitere Apotheken danach zu eröffnen, um damit den gesuchten Investoren einen bestmöglichen Exit zu ermöglichen. Das Management hat “Herr Prof. Dr. Christian Schleunig” inne, darüber hinaus das operative Personal der VfG Versandapotheke, durch “diese bewußte Zusammensetzung eines eingespielten und erfahrenen Managements werden wichtige erfolgskritische Kompetenzen vereint”.More...

Ganz wichtig waren wohl auch Gespräche in 2007 mit “Herrn Schild, dem Staatssekretär des Gesundheitsamt Saarland, der das “Unternehmensmodell Cosmas NV in seiner prinzipiellen Struktur als positiv und durchführbar bewertet”. Insgesamt sah man das Saarland als attraktiven Markt, indem man einen “Marktanteil von 7%” erreichen wollte, da der Markt durch die Hohe Apothekendichte “äußerst aufnahmebereit für drastische Preissenkungen sei”.

Das Saarland habe den großen Vorteil, . “dass es die politisch günstigsten Startbedingungen bietet, wie in dem umfassenden Gesprächen mit dem Staatssekretär des Gesundheitsamt Saarland aufgezeigt werden konnte.”

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Zu diesen Ausführungen des Jahres 2007 wurde dann ab Januar 2008 eine “Doppelstrategie” eröffnet, da man erkennen musste, dass dies alles so leicht nicht gehen würde. Man wollte jeweils eine Hauptapotheke als damian Apotheke eröffnen lassen, welcher dann drei Filialen in den angrenzenden Landkreisen eröffnet. Das Vertragswerk sollte so gestaltet sein, dass bei Wegfall des Fremdbesitzverbotes “alle Filialapotheken automatisch in den Besitz der Cosmas s.r.o. bzw. der entsprechend gegründeten Tschechischen Tochtergesellschaft über”.

Diese Cosmas sollte über drei Finanzierungsrunden mit 3,65 Mio. Euro durch fremde Kapitalgeber unterstützt werden, die damit allerdings nur einen Anteil von immerhin 10,47 % halten sollten., den Rest hielten neben der Kosmas GmbH aus Leipzig, eine Cancor GmbH mit Sitz in Mödling/Österreich und eine Kliegel&Hafner AG aus Berlin.

Nach dem Börsengang sollten dann aus diesem Geld wie durch ein Wunder 17,4 Mio. werden. Solche Berechnungen sind allerdings in der jetzigen Lage genauso wundersam, wie dieser gesamte bussinesplan. Es bleibt auch ein Wunder, wenn sich hierfür jemand gefunden haben sollte, aber es gibt ja bekanntlich viele Unwissende.

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