apotheker-company.de ?

Was für nette Stilblüten treibt dieser Markt - die tollste Verbindung von “neuartigem” Service soll nun das Modell der apotheker-company.de sein! Es funktioniert so:

Eine Apotheke meldet sich für ein fest umrissenes PLZ-Gebiet mit Gebietsschutz an - dabei werden bestellte Artikel mit individuellen Preisen von den Apotheken vor Ort ausgeliefert. Man will schneller als der Versandhandel ausliefern und dies auch noch mit der persönlichen Beratung des Apothekers. Als Vorteile werden suggeriert:

- Gebietsschutz (das klassische Verkaufsargument für den Apothekenmarkt)

- schnelle Belieferung durch apothekereigenen Botendienst (und der ist teuer!)

- persönliche Beratung vor Ort durch die Apotheke

Es wird dabei die wesentliche Frage verschwiegen, wie kommt denn ein Kunde auf dieses “Portal” und zur Bestellung?

Interessant sind dabei die Kosten, die wollen wir für das erste Jahr einmal für 10.000 Mitbürger ausrechnen:

- Einmalige Gebühr 180 EURO

- WKZ in Höhe von 4,50 EURO je 1000 Einwohner/Quartal

- Pro Bestellung 0,60 EURO zuzugl 25 cent für telefonische Bestellungen.

Dies sind somit bei täglich einer Bestellung jährliche Kosten in Höhe von ca. 540 EURO - monatlich somit 45 EURO, bei welchem Umsatz? 

Interessant wird es jedoch in erster Linie für den Anbieter, wenn er - wie behauptet - ungefähr 40% des Bundesgebietes abdeckt, so ca. 25 Millionen Einwohner. Dies mit dem WKZ (für was?) von 4,50 EURO je 1000 Einwohner multipliziert, ergibt eine stattliche Summe von 112.500 EURO Einnahmen je Quartal.

Welche Summe der WKZ Einnahmen wird nun für eine nachhaltige Werbekampagne genutzt und welche zur Administration dieses umfangreichen Internetprojektes?

Ein solches Modell wurde vor über sechs Jahren von den privaten pharmazeutischen Großhändlern schon einmal in Szene gesetzt - unter www.apotheke2u.de entstand ein umfangreiches Abholportal, welches in erster Linie im Internet beworben wurde. Es kam nur niemand, der abholen wollte!!

Die Gründe:

1. Der Internetnutzer will online neben guter Information zu Produkten, auch gute Onlinepreise.

2. Abholung über Internet  wird von usern nicht gewünscht, da dies immer eine Eingabe einer PLZ vorraussetzt. da steigen dann schon viele aus. Auch widerspricht das regionale “Abholgeschäft” dem eher national ausgelegten Internetgeschäft. 

3. Die Belieferung wird mit der bekannten und vertrauten Apotheke vor Ort gemacht, warum soll ich da online oder über irgendeine Werbung mich an eine andere Apotheke wenden? Alle Apotheken bieten inzwischen den Lieferservice an.

4. Der Nutzer im Internet will in vielen Fällen auch die Annonymität des Internet.

Man hat bei den mittelständischen Großhändlern aus den Fehlern gelernt und sich wieder erfolgreich auf das Versandgeschäft fokusiert.

Dieses “apotheke company” Modell ist zu teuer und wird den beteiligten Apotheken keinen Nutzen und keinen interessanten Mehrumsatz bringen und ist definitiv zum Scheitern verurteilt, zumindst was den Ertrag für die beteiligten Apotheken angeht…… 

…….allerdings wird es ein großer finanzieller Erfolg für die Betreiber!

3 Reaktionen zu “apotheker-company.de ?”

  1. Apotheke in Bayern

    ;-)) und welche Kompetenz der Laden haben muss, erkennt man ja auch daran, dass bei google die Nachricht über dieses Modell besser gelistet ist, als apotheker-company! So kam ich auf diese Seite…..

    Liebe Kollegen, schaut euch um und schaut genau!

  2. Permanent

    Also diese Sache kommt mir ebenfalls sehr englisch vor…. Wer macht dies, wenn es schon ein erfolgloses aponet.de, gesundheit.de und apotheken.de gibt?

  3. Apotheken-Nachrichten » Blog Archiv » Ach ja, apotheker company…

    […] Da war doch noch etwas? Richtig im Juni wurde für September das neuartige Konzept “apotheker company” vorgestellt. Schon damals waren 40% der Postleitzahlen des deutschen Marktes abgedeckt! […]

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